1. Etappe: Von Augsburg nach Köln
Eine Reise der Kontraste von dem hügeligen Süden Deutschlands in das urbane Rheinland.
749 Km / 1984 Hm
05.06.2026 bis 13.06.2026
Aller Anfang ist nass – oder eben eine Frage der Flexibilität. Zum Start in München war es regnerisch und mit 11 Grad ziemlich kühl. Da habe ich mich spontan entschieden, mit dem Zug nach Augsburg zu fahren und die Tour einfach dort zu beginnen. Eine Entscheidung, die belohnt wurde. Ab Augsburg hatte ich nicht nur gutes Wetter, sondern den perfekten Einstieg in ein echtes Radabenteuer Richtung Köln. Entlang der Romantischen Straße, dem Main und dem Rhein zeigt sich Deutschland von einer facettenreichen Seite. Aus der Perspektive des Sattels erlebt man hier den fließenden Übergang von idyllischer Romantik und historischen Bauwerken zu logistischer Meisterleistung entlang der großen Flüsse.
Die Landschaften aus der Radlerperspektive
- Das wellige Hügelland der Romantischen Straße: Direkt nach dem Start in Augsburg geht es entlang dem Lech nach Rain. Von dort nach Donauwörth und entlang der Wörnitz durch das sanfte, aber stetige Auf und Ab des bayerisch-schwäbischen Hügellands. Die Beine müssen hier direkt arbeiten, während man durch weite Felder, dichte Waldstücke und vorbei an alten Streuobstwiesen rollt.
- Das liebliche Taubertal: Die Landschaft verengt sich und wird merklich sanfter. Der Radweg folgt eng dem Flusslauf der Tauber. Schattige Waldrandwege wechseln sich ab mit den ersten steilen Weinbergen, die das Tal links und rechts säumen.
- Das sonnenverwöhnte Maintal: Bei Wertheim öffnet sich die Kulisse schlagartig. Es geht nun auf perfekt asphaltierten, topfebenen Wegen direkt am Mainufer. Die Landschaft ist geprägt von weiten Mainschleifen, roten Sandsteinfelsen und dichten Laubwäldern des Spessarts, die sich im Wasser spiegeln.
- Das monumentale Obere Mittelrheintal: Hinter Mainz und Bingen ändert sich das Fahrgefühl komplett. Der Rhein bricht hier durch das Schiefergebirge. Man radelt durch eine dramatische Canyon-Landschaft. Steile Weinbergterrassen ragen hunderte Meter in die Höhe, während man den mächtigen, von Frachtschiffen belebten Strom stets fest im Blick hat.
- Die Kölner Bucht: Nördlich von Bonn flacht die Landschaft spürbar ab. Das Rheintal öffnet sich zu einer weiten Ebene. Der Fluss wird breiter und die ersten industriellen Silhouetten kündigen die rheinische Metropolregion an.
Das Obere Mittelrheintal als UNESCO-Welterbe ist sehr schön. Landschaftlich war mein Favorit allerdings die Strecke von Donauwörth entlang der Wörnitz und Tauber bis Wertheim.
Die Höhepunkte der Ortschaften am Wegesrand
- Augsburg: Prachtvolle Renaissance-Fassaden, die historische Fuggerei.
- Dinkelsbühl und Rothenburg ob der Tauber: Zwei mittelalterliche Monumente mit einer begehbaren Stadtmauer und kopfsteingepflasterten Gassen. Dinkelsbühl fand ich authentischer als Rothenburg ob der Tauber.
- Wertheim: Die majestätische Burgruine aus rotem Sandstein, die hoch über der Mündung der Tauber in den Main thront, sowie die verwinkelte Altstadt.
- Aschaffenburg: Das monumentale, direkt am Mainufer gelegene Renaissanceschloss Johannisburg und das mediterran anmutende Pompejanum.
- Frankfurt am Main: Der scharfe Kontrast zwischen dem historischen Römerberg und den direkt vom Radweg aus sichtbaren Wolkenkratzern der Skyline.
- Mainz: Die geschichtsträchtige Gutenberg-Stadt mit ihrem mächtigen, tausendjährigen Romanischen Dom.
- Koblenz: Das geschäftige „Deutsche Eck“, an dem die Mosel spektakulär in den Rhein mündet, bewacht von der hoch aufragenden Festung Ehrenbreitstein.
- Köln: Das Etappenziel, bei dem der weltberühmte Kölner Dom schon Kilometer vor der Ankunft die Skyline dominiert.
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